Erfahrungsbericht HTC Desire
Unboxing
“Die Post war da!”
Am 20. April 2010 war es endlich soweit. Amazon hat wiedermal schnell und zuverlässig geliefert. Mein HTC Desire ist da.
Der Packungsinhalt
In der kleinen feinen Schachtel befand sich neben Handy und Akku noch ein Ladegerät mit USB Anschluss und ein USB Kabel sowie ein Headset und diverser Papierkram.
Nicht gerade eine Fülle an Zubehör. Wenigstens eine kleine Tasche (so ein Säckchen wie beim G1) hätte ich mir schon gewünscht und wenn die Welt perfekt wäre hätten sie wohl auch noch ein Autoladegerät mitgeliefert, aber dieses Zubehör sparen ist ja bei den meisten Herstellern leider bereits Standard.
Look and Feel
Das große 3,7” Display ist beeindruckend und nimmt fast die ganze Vorderseite ein. Das hat wirklich was für sich.
Im Allgemeinen erinnert es vom Design her sehr stark an das Google Nexus One (welches ich vor ein paar Tagen testen durfte). Aber ein paar Unterschiede gibt es doch.
Die Tasten für Home, Menu, Zurück und Suche sind nicht wie beim Nexus One in das Display eingearbeitet sondern sind echte physische Tasten unter dem Display. Da hat HTC wirklich mitgedacht, denn die Tasten am Nexus One waren ohne Druckpunkt und mangels Präzision sehr umständlich zu verwenden wohingegen die Tasten des Desire einwandfrei funktionieren.
Der Trackball wurde durch einen optischen Sensor ersetzt. Optisch sieht dies besser aus, ob einen die Bedienung so lieber ist sei jedem selbst überlassen. Ich finde es etwas ungewohnt.
Doch etwas hat das Nexus One besser gemacht: Die Abdeckung für Akku und Speicherkarte auf der Rückseite.
Diese lies sich am Nexus nämlich einfach nach oben schieben und öffnete so die oberen 2 Drittel des Geräts. Beim Desire muss man die Gesamte Abdeckung “abklicksen” und das fühlt sich nicht sehr gut an. Ich möchte das wirklich nicht zu oft machen müssen.
Andere Mängel des Geräts konnte ich nicht erkennen. Es liegt gut in der Hand (Oberflächenbeschaffenheit und Gewicht sind optimal) und auch die in gebürstetes Metall eingefasste Kamera macht einen sehr soliden Eindruck.
1st Boot
Wie von Android gewohnt kommt nach dem ersten Hochfahren des Geräts der Einrichtungsassistent. Hier lernt man etwas über den Touchscreen (Laaaangweilig!) und richtet seine Email Konten und Ähnliches ein.
Hier kann man sowohl einen Google Account als auch einen Exchange Account konfigurieren und – wenn vorhanden – auch gleich das heimische WLAN eintragen.
Nett ist auch, dass hier gleich die Einrichtung von Facebook, Twitter und Flickr Konten erfolgt, aber dazu später mehr.
Alle diese Einstellungen können natürlich auch später über die Telefoneinstellung geändert oder ergänzt werden.
Home
AMOLED. Das ist das Stichwort. Denn das Erste was einem auffällt wenn man den Homescreen zum ersten Mal sieht ist, dass grandiose Display. Farben, Kontraste und Bildschärfe sind außergewöhnlich gut.
Bei genauerer Betrachtung bemerkt man dann dass sich der Standard Hintergrund bewegt! Live Wallpaper nennt sich das. (ist aber vom Nexus One bereits bekannt)
Schön finde ich da den Hintergrund mit den im Wind wehenden Grashalmen der auch visuell die Tageszeit wiederspiegelt. (es wird also Tag und Nacht am Display) Dies ist nicht nur eine Spielerei sonder durchaus auch sinnvoll. Den Tagsüber ist ein Heller Hintergrund besser lesbar wobei ich nachts nicht geblendet werden will.
In der Praxis
Performance
Das HTC Desire spielt hier in einer ganz eigenen Liga (natürlich nicht alleine da gibt es ja noch das Nexus One). Der 1Ghz Qualcom Snapdragon Prozessor ermöglicht es, dass sich Android mit HTC Sense flüssiger und leichter anfühlt als je zuvor.
Anwendungen starten in Sekundenbruchteilen, die 7 Desktops fliegen über den Screen. Ein Traum wird wahr, aber das muss man selbst erlebt haben.
Multitouch
Auch nichts Neues aber jetzt endlich überall. Egal ob Homescreen, Fotogallerie, Browser oder sonstwas. Multitouch ist (fast) immer präsent und dank der sehr guten Performance auch sehr flüssig.
GPS
Um das GPS zu testen habe ich es einem Test unterzogen.
My Tracks geöffnet -> Record track -> Handy in die Hosentasche -> Rauf aufs Fahrrad -> LOS!
Hier sieht man den Track vom Mittagessen zurück in die Arbeit -> Export des Tracks auf Google Maps
Abgesehen von 2-3 kleinen Ungeneuigkeiten finde ich es recht beeindruckend wie gut es auch ohne freie Sicht zum Himmel funktioniert, aber in dieser Beziehung steht auch das HTC Hero nicht schlechter da!
Kamera
Das eine 5 Megapixel Kamera nicht unbedingt was Gutes heißen muss habe ich beim HTC Hero schmerzlich erkennen müssen, da aber das Desire mit einem Blitz aufwarten kann sind die Einsatzgebiete plötzlich doch nicht mehr so beschränkt.
Trotzdem sind es nur Handyfotos und nicht mehr. Klar bei schönem Wetter im freien werden sie sehr schön, aber wie man auf diesen – unter nicht perfekten Bedingungen aufgenommenen Bilder – sieht ersetzt dieses Gerät sicher keine echte Kamera.
Trotzdem muss man sagen, dass die Kamera nun wenigstens so weit ist, dass man auch Nachts Bilder machen kann auf denen etwas zu sehen ist und für Partyfotos auf Facebook reicht es allemal.
Auch die Videos sind eigentlich ganz gut wenn man bedenkt, dass es sich um ein Handy handelt, den selbst bei schnellen Bewegungen bleibt das Bild noch akzeptable und auch bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen passt sich die sich die Kamera schnell an.
Hier ein kleines Testvideo
Die wirklich positiven Dinge an der Kamera sind aber der Touchfokus und die Gesichtserkennung, die beide reibungslos funktionieren. Weiters sollte man noch die vielen Einstellungsmöglichkeiten (Weißabgleich, etc…) erwähnen.
WWW
Das was mich am Nexus One schon begeistert hat, begeistert mich nun auch am Desire: Der Browser
HTML5, Multitouch, Flash und irre schnell!
Mit dem Internet kann man sich wahlweise über das Mobile Netz des jeweiligen Providers oder über WLAN verbinden. So wie üblich also.
Ein schönes Feature, welches ich bereits am Hero geliebt habe ist die Möglichkeit das Internet über USB an einen Computer weiter zu reichen. Thethering also. Auch nichts Neues, aber für mich unverzichtbar wenn ich mit dem Netbook unterwegs bin.
Ok auf Flash kann ich verzichte, aber Multitouch und HTML5 sind echte Killerfeatures! Ganz abgesehen von der Geschwindigkeit!
Akkuleistung
Ein Minuspunkt aller Smartphones ist der Akku. Das ist leider auch beim Desire der Fall. Wenn alle Sync Dienste an sind wird man wohl nicht anders können als es jeden Abend an die Steckdose zu hängen, aber das bin ich ja schon gewohnt.
Android 2.1 und HTC Sense
Im Vergleich zu 1.5 hat sich vieles unter der Haube getan, dass man erst bei längerer Nutzung bemerkt. Die offensichtlichen Vorteile erschließen sich darin, dass man im Android Market plötzlich viel mehr Auswahl hat und das Sense noch hübscher wurde. (ob man wirklich 7 Desktops braucht sei dahingestellt)
Synchronizing
Hier sei gesagt, dass ich nur die Synchronisierung mit Google getestet habe und diese funktioniert – wie gewohnt – einwandfrei!
Emails, Kontakte, Kalender… Alles da und immer aktuell! Egal wo! Egal wann! Einfach super!
Social Media
Das sich Kontakte mit Facebook und Flickr verknüpfen lassen kennen wir ja schon (bin deshalb aber nicht weniger davon begeistert), aber das sich Twitter, Facebook und Flickr in einer App treffen und eine gemeinsame Timeline bilden und man auch alle Netzwerke direkt von dort aus benutzen (also was posten) kann ist neu für HTC und echt gelungen.
Im Allgmeinen integrieren sich alle Netzwerke super in das ganze System. Direktes Photosharing, die Gallerie ermöglicht es Facebook und Flickr Alben von Freunden (und sich selbst) zu durchstöbern und auch alles andere was man sharen kann, kann man einfach sharen. Danke Sense!
Sogar Videos von der Kamera kann man direkt auf Youtube hochladen. (Ok, eigentlich auch nichts Neues)
Multimedia
In aller Kürze:
Music? Check!
FM-Radio? Check!
Videoplayer? Check!
Youtube Player? Check!
Alles da was man braucht und das wie gwohnt und ohne große Neuerungen. Nur das FM Radio ist als kleines Highlight zu sehen, aber vermutlich brauchen/wollen die wenigsten Nutzer dieses Feature wirklich. Ich finde es aber recht praktisch.
Zur Wiedergabe an sich sei gesagt, dass Videos (zB. Youtube) am AMOLED Display wirklich gut zur Geltung kommen, die eingebauten Lautsprecher aber nicht wirklich das gelbe vom Ei sind und die Kopfhörer für wahren Musikgenuss auch nicht ausreichen. Hier sollte man die eigenen Kopfhörer oder Lautsprecher verwenden. Ist aber Dank 3,5mm Buchse oder Bluetooth A2DP kein Problem.
Technische Daten
Betriebsystem
Android™ 2.1 (Eclair) with HTC Sense™
Internet
Mobile, WIFI
Multimedia
Music: aac, .amr, .ogg, .m4a, .mid, .mp3, .wav, .wma
Audio Recording: .arm
Video: .3gp, .3g2, .mp4, .wmv (+Youtube Player)
Video Recording: .3gp
Social Media
Twitter, Facebook, Twitter
Synchronizing
Google: GMail, Kontakte, Kalender
Exchange: Email, Kalender, Kontakte
Hardware
Display: 3.7-inch AMOLED (480×800 WVGA)
CPU: 1 GHz Qualcomm Snapdragon
ROM: 512 MB
RAM: 576 MB
Speichererweiterung: SD Slot (max 32GB)
Camera: 5 Megapixel (Autofocus, Face Detaction)
Sensoren: GPS, G-Sensor, Digitaler Kompass, Annäherung, Umgebungslicht
Anschlüsse: 3,5mm Audio Jack, USB Micro (2.0)
Bluetooth: 2.1, A2DP, FTP, OPP
Akku: Lithium-ion (1400 mAh)
Gewicht: 135g
Fazit
Kaufempfehlung? JA! Absolut!
Das HTC Desire ist momentan einfach das ultimative Android Smartphone. Trotz kleiner Schwächen wie der Lautsprecher (sie sind nicht grottenschlecht, aber könnten besser sein) und dem Deckel überwiegen die unzähligen Vorteile in Sachen Performance, Display, Touchscreen und Konnektivität.
Aber seit gewarnt! Wenn man Android nicht mag, wird man auch dieses Gerät nicht mögen und wenn man es zu 100% ausnützen will wird man auch um Google nicht herumkommen. Den ohne den Market (mit fast 40000 Apps – Stand April 2010) wird man das Handy nicht an seine Bedürfnisse anpassen können.
Aber die besten Gründe für die Kaufempfehlung sind die vielen iPhone Nutzer in meinem Freundeskreis, die das Gerät mit ihrem Äpfelchen auf eine Stufe stellen. Denn wenn ein Apple Fanboy ein Android Gerät gut findet MUSS es grandios sein!
Noch mehr Fotos vom Desire findet ihr hier.
PS: Für mehr Infos rund um das HTC Desire besucht einfach die offizielle Produktseite von HTC
—
Dir gefällt dieser Artikel? Dann unterstütze ihn mit einem Flattr Click!

Tags: android, desire, erfahrungen, htc, test, testbericht







Bruno Hautzenberger

22. April 2010 um 00:05
Boah, das ist mal ein Ausführlicher Test. Vielen Dank!
Konnte das Gerät auf der Cebit schon in der Hand halten.. wie du schon sagst, dermaßen geniales Teil, dagegen fühlt sich mein Milestone an wie ein Stein.
Ich hoffe du hast spaß mit dem Teil
P.s. Klagenfurt scheint hübsch zu sein, der nächste Urlaub kommt bestimmt
22. April 2010 um 06:55
Ja der Spaßfaktor am Desire ist wirklich sehr hoch!
PS: Wenn du mal in Klagenfurt bist meld dich dann machen wir eine kleine stadtführung.
27. April 2010 um 07:03
Guter Bericht!
Wäre nett wenn du vielleicht auch mal eine Review über den Marketplace schreiben könntest.
Überlege mir ein Android Gerät zuzulegen, habe aber keinerlei Erfahrungen mit dem App Store bzw. was da Alles zu finden ist.
Vielleicht ein kleiner Auszug über deine Favoriten?
27. April 2010 um 08:41
Ich blogge hier gelegentlich über Highlights aus dem Market wie zum Beispiel Hier -> http://wordpress.the-engine.at/2010/04/apps-for-android-locale-been-there-und-blow-up-lite/
und hier -> http://wordpress.the-engine.at/2010/03/apps-for-android-evernote-bump-and-cgeo/
wobei das natürlich nur sehr kleine Auszüge aus dem Angebot sind.
Für eine riesiege Auswahl (mit Tests und Reviews) empfehle ich dir http://www.androidpit.de/ . Da gibts es sehr viel Info rum um den Adnroid Market und die Apps.
lg
27. April 2010 um 16:05
Zu der Abdeckung: Ich besitze ja seit einigen Monaten das HTC Hero. Soweit ich das hier herauslese ist also die Abdeckung hinten die gleiche. Ich habe -aufgrund vom vielen Testen, Flashen mit CustomROMs etc. pp.- oftmals auch den Akkudeckel abnehmen müssen. Es wirkt anfangs befremdlich und man hat Angst, das Ding wird sicher beim 10. Mal ausleiern, tut es aber erstaunlicherweise gar nicht. Dieses Plastikteil ist sehr gut designt: elastisch genug, um es leicht abzunehmen, aber hart genug, dass es bombenfest hält. Mir ist das Hero auch schon ab und an heruntergefallen, ohne dass der Deckel abfiel.
Also weniger Sorge damit, auch wenn der Schiebedeckel sicher einen besseren Eindruck gemacht hat. (Der kann übrigens aufgrund mechanischer Bauweise eher kaputt gehen — ich mag keine beweglichen Teile am Smartphone/Handy ;o)
27. April 2010 um 18:23
Also mein HTC Touch 3G Brown hat auch diese Abdeckung.
Nur bei mir ist es leider kaputt geworden, aber das liegt wohl dran das ich ein äussert großes Talent habe Sachen kaputt zu machen.
Man muss aber sagen obwohl es kaputt ist, ohne meine Hilfe bleibt die Abdeckung trotzdem noch gut drauf!
27. April 2010 um 22:07
Ich geb ja zu, dass der Deckel meines HTC Hero auch niemals wirklich Schaden nahm, aber nahören tut sich das Öffnen weder beim Hero noch beim Desire sonderlich angenehm an.
22. Juni 2010 um 18:48
Hallo und danke für den nützlichen Artikel. Genau das habe ich gesucht.
05. September 2011 um 17:37
8uobUv , [url=http://hzmaykpyttfa.com/]hzmaykpyttfa[/url], [link=http://phssmsrkzxvr.com/]phssmsrkzxvr[/link], http://adamxizyivip.com/